ISO/IEC 17025

Der Nachweis entsteht im Ablauf, nicht danach.

Rückführung, Bewertung mit Messunsicherheit, Freigabe, Siegel und Protokoll sind Pflichtwege in calServer. Was das Audit sehen will, entsteht beim Arbeiten.

Was das Audit fragt, und wo die Antwort steht

Sechs Punkte, an denen sich Kalibriersoftware bei der Begutachtung entscheidet.

Abschnitt 6.5

Rückführung auf Normale

Zu jeder Kalibrierung sind die eingesetzten Normale mit ihrem Kalibrierstand vom Kalibriertag hinterlegt.

  • Spalten Kalibriert am, Gültig bei Kalibrierung und Status heute
  • Kette in beide Richtungen: vom Gerät zum Normal und zurück
  • Prüfung beim Start eines Prüflaufs, bevor gemessen wird

Abschnitt 7.8.6

Konformitätsaussage mit Messunsicherheit

Jeder Messpunkt bekommt eine Bewertung, die die Messunsicherheit einrechnet.

  • Bestanden, nicht bestanden oder bedingt im Guard Band nach ILAC-G8
  • Die angewandte Entscheidungsregel steht in derselben Zeile
  • Der Prüfplan markiert ein Testverhältnis unter 4:1

Abschnitt 7.8.1

Freigabe im Vier-Augen-Prinzip

Der Kalibrierschein wird beim Einreichen einmal erzeugt und eingefroren.

  • Eine zweite Person entscheidet über genau diese Datei
  • Freigeben, Ablehnen und Zurückziehen sind getrennte Rechte
  • Der Kunde bekommt die Bytes, über die entschieden wurde

Abschnitt 7.5 und 8.4

Protokoll mit Prüfsumme

Jeder Schritt steht mit laufender Nummer und Prüfsumme in einem Protokoll, das sich weder ändern noch löschen lässt.

  • Audit-Trail auf Feldebene mit Benutzer, Zeitpunkt, altem und neuem Wert
  • Ohne Konfiguration aktiv
  • Klartext im Eintrag statt interner Kennungen

eIDAS

Siegel nach PAdES

Nach der Freigabe wird der Schein kryptografisch an ein Zertifikat des Labors gebunden.

  • Im PDF-Reader des Empfängers prüfbar
  • Regeln nach Berichtstyp, Kunde, Herkunft und Rolle
  • Zeitstempeldienst und Langzeitprüfbarkeit einstellbar
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Abschnitt 7.8.4

Abschlussprüfung gegen die Akkreditierung

Vor der Freigabe prüft calServer die ausgewiesene Messunsicherheit gegen die hinterlegte CMC-Anlage.

  • Messbereiche, Unsicherheit und Geltungszeitraum als Datenmodell
  • Gültigkeit der Akkreditierung am Kalibriertag
  • Fremdscheine außerhalb des Bereichs verlangen eine ausdrückliche Erklärung

Abschnitt 7.8.6

Die Konformitätsaussage steht an der Messzeile

Kein Nachweis, der erst beim Drucken entsteht

Sollwert, Istwert, erweiterte Messunsicherheit und der Entscheid stehen in einer Zeile, je Messpunkt. Die Unsicherheit ist mit k = 2 angegeben, der Entscheid fällt gegen die Grenzen desselben Datensatzes.

Reißt ein Punkt die Grenze, steht er als nicht bestanden in der Tabelle, aus der der Kalibrierschein entsteht. Es gibt keine zweite Fassung der Zahlen, die dann doch bestanden hätte.

calServer Messwerttabelle einer Waagenkalibrierung mit Sollwert, Istwert, erweiterter Messunsicherheit und Konformitätsentscheid je Messpunkt; ein Punkt ist als nicht bestanden markiert
calServer Messwerttabelle einer Waagenkalibrierung mit Sollwert, Istwert, erweiterter Messunsicherheit und Konformitätsentscheid je Messpunkt; ein Punkt ist als nicht bestanden markiert

Ablauf

Der Pflichtweg einer Kalibrierung

Die Nachweise entstehen an der Stelle, an der ohnehin gearbeitet wird. Es gibt keinen Weg daran vorbei und keine Nacharbeit danach.

  1. Prüflauf starten

    calServer prüft vorab, ob die eingesetzten Normale am Kalibriertag gültig kalibriert sind, und meldet Abweichungen, bevor gemessen wird.

  2. Messwerte erfassen

    Je Messpunkt Sollwert, Istwert, Toleranz und Messunsicherheit. Die Bewertung folgt der hinterlegten Entscheidungsregel und wird mitgeschrieben.

  3. Schein einreichen

    Das PDF wird einmal erzeugt und eingefroren. Ab hier ändert sich an der Datei nichts mehr, auch nicht beim späteren Herunterladen.

  4. Abschlussprüfung

    Messunsicherheit gegen die CMC-Anlage, Gültigkeit der Akkreditierung am Kalibriertag und Vollständigkeit der Pflichtangaben.

  5. Freigeben

    Eine zweite Person entscheidet über genau diese Datei. Jeder Schritt landet mit laufender Nummer und Prüfsumme im Protokoll.

  6. Siegeln und ausliefern

    Siegel nach der hinterlegten Regel, Ablage im DMS und Auslieferung als PDF, als DCC oder über das Kundenportal.

Abschnitt 7.2

Das Verfahren, nach dem gemessen wurde

Methode, Bedingungen, Normen und Geltungsbereich am Verfahren

Zu jedem Verfahren stehen Kalibriergegenstand, Methode, Messbedingungen, die angewandten Normen und der Geltungsbereich am Datensatz. Nicht als Anhang, sondern als Felder, nach denen sich filtern und sortieren lässt.

Die Frage der Begutachtung lautet: nach welchem Verfahren wurde gemessen, unter welchen Bedingungen, und deckt der Geltungsbereich dieses Gerät ab. Die Antwort steht in derselben Zeile.

calServer Prozedurenliste mit sechs Kalibrierverfahren, je Verfahren Kalibriergegenstand, Kalibriermethode, Messbedingungen, Normen und Geltungsbereich
calServer Prozedurenliste mit sechs Kalibrierverfahren, je Verfahren Kalibriergegenstand, Kalibriermethode, Messbedingungen, Normen und Geltungsbereich

Zugriff

Wer was sehen und ändern darf

Rollen, Gruppen und Rechte bis auf die einzelne Spalte

Sichtbarkeit und Änderbarkeit werden je Rolle und Feld gesetzt: Der Einkauf sieht Preise, der Prüfer nicht, und ein Pflichtfeld bleibt ein Pflichtfeld. Angemeldet wird wahlweise per Passwort, über SAML 2.0 gegen Entra ID oder über LDAP gegen Active Directory und OpenLDAP.

Damit steht neben dem Protokoll die zweite Frage jeder Begutachtung schriftlich fest: nicht nur, wer etwas geändert hat, sondern wer es überhaupt durfte.

calServer Benutzerverwaltung mit Rollen, Gruppen und Rechtevergabe

Fragen aus der Begutachtung

Ist calServer nach ISO/IEC 17025 zertifiziert?
Software wird nicht akkreditiert, Laboratorien werden es. calServer liefert die Nachweise, die die Norm verlangt: Rückführung auf Normale, Messunsicherheit, Konformitätsaussage mit Entscheidungsregel, Freigabe im Vier-Augen-Prinzip und ein unveränderliches Protokoll. Die Akkreditierung Ihres Labors bleibt Ihre Verantwortung.
Lässt sich der Audit-Trail abschalten oder nachträglich korrigieren?
Nein. Die Aufzeichnung läuft ohne Konfiguration mit und ist über die Oberfläche weder änderbar noch löschbar. Das Freigabeprotokoll trägt zusätzlich je Eintrag eine laufende Nummer und eine Prüfsumme.
Was passiert, wenn ein Normal nachträglich auffällig wird?
Die Kette lässt sich rückwärts aufrufen. calServer zeigt, welche Kalibrierungen an diesem Normal hängen und damit, welche ausgelieferten Scheine betroffen sind.
Wie wird die Messunsicherheit berücksichtigt?
Standard- und erweiterte Messunsicherheit sind eigene Felder am Messpunkt. Die Bewertung nach ILAC-G8 weist Werte im Guard Band als bedingt aus, statt sie als bestanden zu führen, und schreibt die angewandte Entscheidungsregel in dieselbe Zeile.
Können wir Fremdscheine übernehmen und gegenzeichnen?
Ja. Beim Zertifikatsimport wird zu jedem übernommenen Feld die Herkunft geführt. Liegt eine Messung außerhalb des akkreditierten Bereichs des ausstellenden Labors, verlangt calServer vor der Freigabe eine ausdrückliche Erklärung.
Welche Signaturstufen stehen zur Verfügung?
Das Siegel nach PAdES ist in mehreren Stufen einstellbar, von der Grundsignatur bis zur langzeitprüfbaren Variante mit Zeitstempeldienst. Für ein qualifiziertes Siegel im Sinne von eIDAS wird ein Fernsiegel bei einem Vertrauensdiensteanbieter angebunden.
Gilt das alles auch bei Self-Hosting?
Ja. Der Funktionsumfang hängt nicht am Betriebsmodell. calServer läuft als Docker-Stack oder im Cluster im eigenen Rechenzentrum, wahlweise auf MySQL, PostgreSQL oder Microsoft SQL Server.
Werden Kalibrierscheine auch digital ausgetauscht?
calServer erzeugt digitale Kalibrierscheine nach PTB-Schema DCC 3.3.0 aus den vorhandenen Kalibrierdaten und liest fremde DCC-Dateien wieder ein. Der Export ist über eine Einstellung aktivierbar.
Eine Frage, die hier nicht steht?Direkt an uns

Nächster Schritt

Den Nachweisweg an Ihren eigenen Geräten sehen.

Wir richten eine Instanz mit Ihren Prüfmitteln ein und gehen den Weg von der Messung bis zum gesiegelten Schein einmal gemeinsam durch.

  • Rückführung sichtbar
  • Freigabe im Vier-Augen-Prinzip
  • Protokoll mit Prüfsumme
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